Sterbegeldversicherung

Was kostet eine Sterbegeldversicherung? Beiträge und Beispiele 2026

Von Michael BergnerAktualisiert am 27. Januar 20266 Min. Lesezeit

Was eine Sterbegeldversicherung wirklich kostet: monatliche Beiträge nach Alter und Summe, Beispielrechnungen 2026 und wann sich der Vertrag rechnet.

Inhaltsverzeichnis
  1. Womit Sie monatlich rechnen müssen
  2. Zwei konkrete Beispiele, die ich so kenne
  3. Ab wann Sie draufzahlen
  4. Die versteckten Kostenfaktoren
  5. Worauf Sie beim Vergleich wirklich achten sollten
  6. Was die Versicherung am Ende deckt
  7. Die Alternative, über die selten jemand spricht

Wenn Angehörige in meinem Bestattungshaus sitzen und die Police ihres verstorbenen Vaters auf den Tisch legen, fällt der erste Blick fast immer auf eine Zahl: 8.000 Euro Versicherungssumme. Die zweite Frage kommt dann oft erst Tage später, wenn die Rechnung steht. Reicht das? Und was hat Papa eigentlich über die Jahre dafür gezahlt? Genau um diese zweite Zahl geht es hier, denn sie wird in den meisten Ratgebern unter den Tisch gekehrt.

Womit Sie monatlich rechnen müssen

Eine Sterbegeldversicherung ist im Kern eine kleine Lebensversicherung mit Todesfallschutz. Sie zahlen einen festen Monatsbeitrag, und stirbt die versicherte Person, bekommen die Hinterbliebenen die vereinbarte Summe steuerfrei ausgezahlt. Der Beitrag hängt an drei Stellschrauben: dem Eintrittsalter, der gewünschten Summe und der Zahldauer.

Die wichtigste davon ist das Alter beim Abschluss. Wer mit 50 unterschreibt, hat statistisch viele Jahre Zeit, die Summe anzusparen. Wer mit 70 abschließt, muss in wenig Jahren fast den vollen Betrag zusammenbekommen, also wird der Beitrag steil.

Hier ein realistischer Querschnitt für 2026, gemittelt über mehrere gängige Anbieter (HanseMerkur, ERGO, Allianz, Hannoversche) bei lebenslanger Beitragszahlung:

Eintrittsalter 5.000 € Summe 8.000 € Summe 10.000 € Summe
45 Jahre ca. 13 bis 17 € ca. 20 bis 26 € ca. 25 bis 33 €
50 Jahre ca. 15 bis 19 € ca. 22 bis 30 € ca. 28 bis 38 €
60 Jahre ca. 20 bis 26 € ca. 32 bis 45 € ca. 40 bis 55 €
70 Jahre ca. 38 bis 50 € ca. 60 bis 90 € ca. 75 bis 110 €

Die Spannen sind so breit, weil die Tarife sich stark unterscheiden. Ein Anbieter mit Gesundheitsfragen verlangt oft weniger als einer, der jeden ohne Prüfung aufnimmt. Das hat einen einfachen Grund: Wer keine Fragen stellt, kalkuliert das Risiko vorsichtshalber teurer ein.

Zwei konkrete Beispiele, die ich so kenne

Zahlen aus einer Tabelle sind das eine. Wie es im echten Vertrag aussieht, das andere.

Eine 50-jährige Frau, Nichtraucherin, schließt bei der HanseMerkur 5.000 Euro ab. Beitrag inklusive Überschussbeteiligung rund 15 Euro im Monat. Wenn sie das Tarifalter erreicht, in dem die Beiträge enden, hat sie über die Jahre etwa 4.500 bis 5.500 Euro eingezahlt. Sie liegt also ungefähr bei plus minus null, plus die Sicherheit, dass die Summe schon ab dem ersten Tag bei einem Unfall vollständig fließt.

Der zweite Fall: Ein Mann, 68, will ohne Gesundheitsprüfung 8.000 Euro absichern. Sein Tarif kostet etwa 58 Euro im Monat bei lebenslanger Zahlung. Wird er 86, also etwas älter als der Durchschnitt, hat er rund 12.500 Euro eingezahlt für eine Auszahlung von 8.000 Euro. Das ist kein Betrug, das ist schlicht Mathematik. Bei spätem Einstieg und ohne Prüfung kostet der Schutz mehr, als am Ende herauskommt.

Ab wann Sie draufzahlen

Das ist der Punkt, an dem ich als Bestatter ehrlich sein muss, auch wenn ich an Vorsorgeverträgen nichts verdiene. Die Verbraucherzentrale formuliert es nüchtern: Gerade bei Älteren fließen oft schnell mehr Beiträge, als die Hinterbliebenen im Todesfall erhalten.

Eine grobe Faustregel, die in der Praxis erstaunlich gut hält:

  • Abschluss bis Mitte 50: meist ein faires Geschäft, die Summe ist über die Laufzeit angespart.
  • Abschluss mit 60 bis 65: Grenzbereich, hier entscheidet die persönliche Lebenserwartung.
  • Abschluss ab 70: in vielen Fällen ein Zuschussgeschäft, vor allem ohne Gesundheitsprüfung.

Rechnen Sie es selbst nach, das dauert zwei Minuten. Monatsbeitrag mal zwölf mal die Jahre, die Sie statistisch noch vor sich haben. Ein 70-Jähriger hat laut Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes im Schnitt noch rund 14 bis 17 Jahre. 58 Euro mal zwölf mal 15 sind etwa 10.400 Euro. Steht da eine Versicherungssumme von 8.000 Euro im Vertrag, kennen Sie das Ergebnis.

Die versteckten Kostenfaktoren

Der Monatsbeitrag ist nur die halbe Wahrheit. Worauf ich Familien immer hinweise:

Die Wartezeit. Die meisten Tarife zahlen bei Tod durch Krankheit erst nach 12 bis 36 Monaten die volle Summe. Stirbt jemand vorher, gibt es oft nur die Beiträge zurück. Bei Unfalltod entfällt diese Sperre meist. Wer also mit 78 abschließt und nach einem Jahr an einer Krankheit stirbt, dessen Familie steht im Zweifel fast mit leeren Händen da.

Beitragsdynamik. Manche Verträge erhöhen den Beitrag jährlich automatisch, angeblich zum Inflationsausgleich. Aus 25 Euro werden über die Jahre 35. Lesen Sie nach, ob diese Dynamik drinsteht, und ob Sie ihr widersprechen dürfen.

Lebenslang oder befristet. Ein bis zum 85. Lebensjahr befristeter Beitrag ist monatlich teurer, deckelt aber die Gesamtsumme. Lebenslange Zahlung ist günstiger pro Monat, kann aber bei langem Leben ins Geld gehen. Für ältere Einsteiger ist die befristete Variante oft die ehrlichere.

Worauf Sie beim Vergleich wirklich achten sollten

Die Werbung lockt gern mit dem niedrigsten Monatsbeitrag. In der Praxis entscheiden andere Zahlen, ob ein Vertrag taugt. Wenn mir Angehörige Policen zeigen, schaue ich auf diese Punkte:

  • Effektive Wartezeit bei Krankheit. 12 Monate sind gut, 36 sind grenzwertig. Je älter Sie einsteigen, desto wichtiger ist eine kurze Sperrfrist.
  • Endalter der Beitragszahlung. Endet die Zahlpflicht mit 85 oder läuft sie wirklich lebenslang? Das macht über zwei Jahrzehnte tausende Euro aus.
  • Garantierte Summe gegen prognostizierte Summe. Überschussbeteiligungen sind nicht garantiert. Verlassen Sie sich auf die garantierte Leistung, alles andere ist Bonus.
  • Beitragsfreistellung. Können Sie den Vertrag bei Geldnot ruhend stellen, ohne ihn komplett zu verlieren? Bei Renteneintritt ist das öfter ein Thema, als man denkt.

Ein Tarif, der bei diesen vier Fragen sauber abschneidet, ist mir lieber als einer, der drei Euro im Monat billiger ist und bei der Auszahlung Fragen aufwirft.

Was die Versicherung am Ende deckt

Hier sehe ich die meisten Fehleinschätzungen. Viele wählen 5.000 Euro, weil das die kleinste Stufe ist, und sind überrascht, was eine Bestattung 2026 tatsächlich kostet.

Bestattungsart Realistische Gesamtkosten 2026
Einfache Feuerbestattung mit Urnengrab 5.000 bis 7.500 €
Klassische Erdbestattung mit Grabstein 8.000 bis 13.000 €
Naturbestattung (Friedwald, Seebestattung) 4.500 bis 7.000 €
Anonyme Beisetzung 2.500 bis 4.500 €

Dazu kommen Dinge, an die im Vorfeld niemand denkt: die Trauerfeier mit Catering, der Steinmetz, die Grabpflege für Jahre, Todesanzeigen, manchmal die Räumung der Wohnung. Eine Summe von 8.000 Euro deckt eine schlichte Bestattung gut ab. Wer eine Grabstelle mit Stein und Pflege über Jahrzehnte will, sollte eher Richtung 10.000 bis 12.000 Euro denken.

Die Alternative, über die selten jemand spricht

Wenn Sie 60 sind, gesund und diszipliniert genug, jeden Monat etwas wegzulegen, dann ist ein eigenes Tagesgeld- oder Festgeldkonto in vielen Fällen die nüchternere Lösung. Sie legen 40 Euro im Monat beiseite, das Geld gehört Ihnen, es fällt keine Wartezeit an, und nichts ist weg, wenn Sie es doch einmal anders brauchen.

Der Haken ist menschlich, nicht finanziell. Ein Sparkonto wird im Notfall angetastet, der neue Wintergarten ist verlockender als die eigene Beerdigung. Die Versicherung zwingt zur Disziplin, und genau dafür zahlen manche bewusst etwas drauf. Das ist eine legitime Entscheidung, solange Sie wissen, dass Sie sie treffen.

Für viele Familien ist der praktische Mittelweg ohnehin der beste: ein zweckgebundenes Konto bei einer Bestattungsvorsorge-Treuhand. Das Geld ist insolvenzgeschützt, vor dem Sozialamt sicher und steht zweckgebunden für die Bestattung bereit, ohne den Aufschlag einer Versicherung.

Mein praktischer Rat, wenn Sie heute vor der Entscheidung stehen: Holen Sie sich zwei oder drei Angebote, eines davon mit Gesundheitsfragen, rechnen Sie Beitrag mal Restlebenszeit gegen die Summe, und fragen Sie konkret nach der Wartezeit bei Krankheit. Wenn der Vertrag diese Prüfung übersteht, ist er auch für Ihre Angehörigen ein guter Vertrag.

Häufige Fragen

Was kostet eine Sterbegeldversicherung im Monat?+

Für 8.000 Euro Versicherungssumme zahlen Sie mit 50 Jahren je nach Anbieter rund 22 bis 30 Euro monatlich, mit 60 etwa 32 bis 45 Euro und mit 70 oft 60 bis 90 Euro. Der Beitrag steigt mit dem Eintrittsalter deutlich, weil weniger Jahre zum Ansparen bleiben.

Ab welchem Alter lohnt sich eine Sterbegeldversicherung nicht mehr?+

Ab etwa 70 zahlen viele Versicherte über die statistische Restlebenszeit mehr ein, als am Ende ausgezahlt wird. Die Verbraucherzentrale rät im Rentenalter oder kurz davor eher ab. Wer fit ist und Geld hat, fährt mit einem eigenen Sparkonto meist günstiger.

Zahlt die Versicherung sofort die volle Summe?+

Meist nicht. In den ersten 12 bis 36 Monaten gilt eine Wartezeit. Stirbt der Versicherte in dieser Zeit durch Krankheit, werden in der Regel nur die eingezahlten Beiträge erstattet. Bei einem Unfall zahlen die meisten Tarife dagegen sofort die volle Summe.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?+

Eine einfache Bestattung kostet heute schnell 5.000 bis 8.000 Euro. Wer ein klassisches Erdbegräbnis mit Grabstein plant, sollte eher mit 9.000 bis 12.000 Euro rechnen. Mehr als nötig zu versichern lohnt selten, weil jeder Euro Summe Beitrag kostet.

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