Bestattungskosten

FriedWald Kosten: Was kostet eine Bestattung im Wald?

Von Andreas VollmerAktualisiert am 20. Februar 20266 Min. Lesezeit

Was kostet eine Bestattung im FriedWald wirklich? Alle Preise für Baum, Platz und Beisetzung, plus die Kosten, die im Prospekt fehlen, herstellerunabhängig erklärt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Die vier Posten, aus denen sich der Preis zusammensetzt
  2. Was der Baum oder Platz kostet
  3. Die ehrliche Gesamtrechnung
  4. Der eigentliche Spareffekt liegt nicht im Anfangspreis
  5. RuheForst und Co.: nicht alles, was Wald heißt, ist FriedWald
  6. Vorsorge: so legen Sie die Kosten heute fest

Ein Mandant brachte mir letztes Jahr einen FriedWald-Prospekt mit und sagte, die Beerdigung koste ihn 590 Euro, da müsse er keine Sterbegeldversicherung mehr abschließen. Ich habe ihm dann auf einem Bierdeckel die echte Rechnung aufgemacht, und am Ende standen dort rund 3.200 Euro. Nicht, weil der FriedWald teuer wäre, sondern weil die 590 Euro nur einen einzigen Posten von vieren abdecken. Genau an dieser Stelle reden die meisten Ratgeber im Netz aneinander vorbei.

Ich bin Versicherungsmakler, kein FriedWald-Verkäufer, und ich verdiene an einer Waldbestattung keinen Cent. Mich interessiert nur, was am Ende auf der Rechnung steht und ob die Vorsorge dazu passt. Also rechnen wir das sauber durch.

Die vier Posten, aus denen sich der Preis zusammensetzt

Eine Bestattung im FriedWald wirkt im Prospekt billig, weil die Kosten in vier Blöcke zerfallen und jeder Anbieter nur seinen eigenen zeigt. Das sind die Teile:

  • Der Grabplatz oder Baum. Das zahlt der FriedWald, einmalig, oft Jahre vor dem Tod.
  • Die Beisetzungsgebühr. Aktuell 450 Euro, fällig erst im Trauerfall. Darin sind das Öffnen und Schließen der Grabstelle, die Begleitung durch den Förster und bei Bedarf die biologisch abbaubare FriedWald-Urne enthalten.
  • Die Leistungen des Bestatters. Abholung, Kremation, Behördengänge, Sarg für die Einäscherung, Überführung zum Wald. Hier nennt FriedWald selbst mindestens 1.800 Euro als Richtwert, in der Praxis liegt das oft höher.
  • Das Drumherum. Trauerfeier, Namensschild am Baum, Trauerredner, Blumen, Anzeige.

Die Verwirrung entsteht, weil der erste Posten beworben wird und der dritte verschwiegen. Eine Kremation ist in Deutschland Pflicht, bevor eine Urne in den Wald darf, und die kostet Geld. Ohne Bestatter geht gar nichts, und der schreibt eine eigene Rechnung.

Was der Baum oder Platz kostet

Hier wird es übersichtlich, weil FriedWald die Preise bundesweit relativ einheitlich hält. Der Standort macht aber einen großen Unterschied, ein Familienbaum in einem gefragten Wald nahe einer Großstadt kostet ein Mehrfaches eines Basisplatzes in der Provinz.

Grabart im FriedWald Preis (Nutzungsrecht) Beschreibung
Basisplatz ab 590 Euro Platz an einem Gemeinschaftsbaum, Zuordnung durch den Förster
Einzelplatz am Wunschbaum 890 bis 1.390 Euro freie Wahl des Baums, eine Urnenstelle
Generationenbaum ab 2.890 Euro eigener Baum, meist zwei bis mehrere Stellen
Familienbaum 2.890 bis 7.490 Euro eigener Baum für die ganze Familie, je nach Standort

Dazu kommt die Beisetzungsgebühr von 450 Euro pro Beisetzung. Wer einen Familienbaum kauft, zahlt diese Gebühr also bei jeder einzelnen Urne erneut, der Baum selbst aber nur einmal. Das übersehen viele bei der Kalkulation für ein Paar.

Die ehrliche Gesamtrechnung

Setzen wir die Posten zusammen, einmal schlicht und einmal mit allem, was Familien typischerweise dazubuchen. Die Zahlen sind aus der Beratungspraxis 2026, gerundet.

Variante Platz/Baum Beisetzung Bestatter Extras Summe
Schlicht, Basisplatz 590 450 1.800 0 rund 2.840 Euro
Mittel, Wunschbaum 1.190 450 2.400 600 rund 4.640 Euro
Familienbaum mit Feier 3.500 450 2.600 1.500 rund 8.050 Euro

Realistisch landen die meisten meiner Kunden für eine würdige, aber nicht überladene Waldbestattung zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Das ist günstiger als eine durchschnittliche Erdbestattung auf dem Friedhof, die 2026 schnell 7.000 bis 12.000 Euro kostet, sobald Grabstein und Grabpflege dazukommen. Aber es ist eben deutlich mehr als die beworbenen 590 Euro.

Wo der Bestatterblock am stärksten schwankt, ist die Trauerfeier. Eine kleine Andacht im Wald, vom Förster begleitet, kostet fast nichts extra. Sobald aber ein freier Trauerredner, Musik und eine Feier in einer Halle dazukommen, sind 800 bis 2.000 Euro schnell beisammen. Hier liegt der größte Hebel, wenn Sie sparen wollen oder müssen, nicht beim Baum.

Der eigentliche Spareffekt liegt nicht im Anfangspreis

Wenn ich Kunden den FriedWald empfehle, dann selten wegen des Plotpreises. Der Punkt, der wirklich Geld spart, taucht in keinem der großen Ratgeber sauber auf: Es fällt keine laufende Grabpflege an.

Auf dem Friedhof zahlen Sie für ein Wahlgrab nicht nur einmal die Nutzungsgebühr, sondern über die gesamte Ruhezeit. Grabpflege durch einen Gärtner kostet je nach Region 200 bis 500 Euro im Jahr. Über 25 Jahre sind das 5.000 bis 12.500 Euro, die niemand auf dem Schirm hat, wenn er nur die Beerdigungskosten vergleicht. Dazu der Grabstein mit 1.500 bis 4.000 Euro und nach Ablauf der Ruhefrist oft eine Verlängerungsgebühr.

Im FriedWald gibt es nichts davon. Der Wald wird forstwirtschaftlich gepflegt, ein Stein ist nicht erlaubt, ein Namensschild am Baum kostet einmalig rund 80 bis 150 Euro. Das Nutzungsrecht läuft in der Regel bis 2105, also etwa 99 Jahre, ohne dass jemand nachzahlt. Wer also nicht nur den Tag der Beerdigung betrachtet, sondern die nächsten Jahrzehnte, spart im Wald oft mehrere tausend Euro. Diesen Vergleich liefern die FriedWald-Seiten naturgemäß nicht, und die Bestatterportale rechnen ihn auch nicht zu Ende.

RuheForst und Co.: nicht alles, was Wald heißt, ist FriedWald

FriedWald ist eine Marke, nicht die Bestattungsart. Daneben gibt es RuheForst und seit einigen Jahren immer mehr kommunale Waldfriedhöfe und Bestattungswälder einzelner Gemeinden. Die Preise ähneln sich, weichen im Detail aber ab.

Bei RuheForst liegt die Beisetzungsgebühr je nach Standort eher bei 300 bis 500 Euro, ein Einzel- oder Familienbiotop kostet grob 2.500 bis 8.000 Euro, ein Platz im Gemeinschaftsbiotop oft 500 bis 2.000 Euro. Kommunale Bestattungswälder sind teils günstiger, weil die Gemeinde keine Marke finanzieren muss, dafür ist die Auswahl an Standorten kleiner.

Mein Rat aus der Praxis: Lassen Sie sich vom konkreten Standort die Gebührenordnung geben, nicht den bundesweiten Flyer. Ich habe schon erlebt, dass zwei FriedWald-Standorte für einen Familienbaum mehr als 3.000 Euro auseinanderlagen, allein wegen der Nachfrage in der Region.

Vorsorge: so legen Sie die Kosten heute fest

Der häufigste Fehler, den ich sehe, ist, dass jemand den Baum zu Lebzeiten kauft und sich dann zurücklehnt. Der Baum ist aber nur ein Viertel der Rechnung. Die Bestatterleistungen, also der teuerste Block, sind damit nicht bezahlt. Stirbt die Person, müssen die Angehörigen die 2.000 bis 3.000 Euro für Kremation und Bestatter aus eigener Tasche vorstrecken.

Wer das sauber regeln will, kombiniert zweierlei. Den FriedWald-Vertrag für Platz oder Baum schließen Sie direkt ab. Für den Rest lohnt sich ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto: Sie legen mit einem Bestatter Kremation, Überführung und Trauerfeier fest, und das Geld liegt zweckgebunden bei einer Treuhandgesellschaft, nicht beim Bestatter. Es ist damit vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt und fällt nicht in den Nachlass.

Eine Sterbegeldversicherung dafür abzuschließen, halte ich bei einer Waldbestattung meist für überflüssig. Die abzusichernde Summe ist klein, und gerade für Ältere zahlt man bei diesen Policen oft mehr ein, als am Ende ausgezahlt wird. Wenn das Geld schon da ist, gehört es zweckgebunden hinterlegt, nicht in eine teure Police gesteckt.

Ein praktischer Punkt zum Schluss, den ich jedem mitgebe: Hinterlegen Sie schriftlich, in welchem FriedWald die Stelle liegt und welcher Bestatter beauftragt ist, und sagen Sie es mindestens zwei Menschen. Ich hatte einen Fall, in dem die Familie den gekauften Baum erst beim Aufräumen der Wohnung in einer Schublade fand, drei Monate nach einer ganz anderen Beerdigung. Die Vorsorge war bezahlt und nützte trotzdem nichts.

Häufige Fragen

Was kostet eine Bestattung im FriedWald insgesamt?+

Mit dem Grabplatz, der Beisetzungsgebühr von 450 Euro und den Leistungen eines Bestatters von mindestens 1.800 Euro landen Sie für eine schlichte Beisetzung bei rund 2.800 bis 3.500 Euro. Mit eigenem Baum, Trauerfeier und Namensschild werden daraus schnell 5.000 bis 9.000 Euro oder mehr.

Wie lange gilt das Nutzungsrecht im FriedWald?+

Das Nutzungsrecht im FriedWald läuft in der Regel bis zum Jahr 2105, also rund 99 Jahre ab Begründung. Danach wird die Stelle nicht neu vergeben. Eine Grabpflege oder Verlängerungsgebühr wie auf dem klassischen Friedhof fällt während dieser Zeit nicht an.

Fallen im FriedWald Kosten für Grabpflege an?+

Nein. Der Wald wird forstwirtschaftlich gepflegt, ein eigenes Grab im klassischen Sinn gibt es nicht. Sie zahlen keine jährliche Grabpflege und keinen Grabstein. Genau dieser Wegfall macht den FriedWald über 20 bis 30 Jahre gerechnet oft günstiger als ein Wahlgrab auf dem Friedhof.

Kann ich die FriedWald Kosten zu Lebzeiten festlegen und absichern?+

Ja. Sie können den Baum oder Platz zu Lebzeiten erwerben und über einen Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto auch die Bestatterleistungen vorab bezahlen. Das schützt das Geld vor dem Zugriff des Sozialamts und nimmt den Angehörigen im Trauerfall die Kostenlast ab.

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